Wie aus der Pflicht eine Kür werden kann – FATCA Lösung der agentes automatisiert Reporting.

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Wie aus der Pflicht eine Kür werden kann – FATCA Lösung der agentes automatisiert Reporting.

Interview mit Holger Kilian, Produktmanager Risikomanagement bei agentes

Mit dem „Foreign Account Tax Compliance Act“ (FATCA) verpflichtet die US-Gesetzgebung deutsche Banken, Sparkassen und Finanzinstitutionen, die Konten ihrer US-amerikanischen Kunden und Geschäftspartner nach bestimmten Kriterien zu überprüfen und detaillierte Meldungen hinsichtlich der als steuerpflichtig eingestuften Konten vorzunehmen. Die erste Meldung deutscher Institute an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) erfolgt zum 31. Juli dieses Jahres.

Holger Kilian erläutert in unserem Spotlight die aktuellen Herausforderungen für Finanzinstitute und wie diese mit Hilfe einer neuen, in Zusammenarbeit mit der PASS Consulting Group entwickelten Lösung, notwendige FATCA Reports automatisiert erstellen können.

Herr Kilian, wie schätzen Sie die aktuelle Situation in den Häusern mit Blick auf FATCA ein? Sind diese gut vorbereitet und entsprechend aufgestellt?

Ja und nein. Die meisten Institute haben zwar eine Vereinbarung mit dem IRS (Internal Revenue Service) geschlossen und identifizieren seit dem 01.07.2014 entsprechende Kunden. Allein dieser Prozess aber ist schon ein immenser Kraftakt für die Häuser. Denn dabei geht es nicht nur darum, betroffene Konten und Konteninhaber auszumachen. Es geht im Vorfeld schon um die Beantwortung von grundsätzlichen Fragen zum eigenen Institut: ist das eigene Haus per definitionem eine Foreign Financial Institution (FFI)? Unter welches IGA-Abkommen fällt das eigene Haus? Und betreut das Institut überhaupt US-steuerpflichtige Kunden? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, und damit klar ist, dass eine Meldepflicht besteht, geht es an die umfassende Analyse der Stammdaten im eigenen Haus.

Wie sehen denn die konkreten Schritte im Anschluss an diese Analyse aus? Und wo liegen dabei die Herausforderungen?

Ist die Analyse der Stammdaten abgeschlossen, kommt die zweite große Herausforderung auf die Institutionen zu – die eigentliche Meldung an das IRS, in Deutschland ja zunächst an das BZSt, das die Meldungen dann an das IRS in den USA weiterleitet. Neben den Namen und Adressen der als US-steuerpflichtig identifizierten Personen werden auch Konten- und Depotsalden sowie Zinsen, Dividenden und andere Erträge gemeldet. Um nun auf das „Ja und Nein“ von vorhin, in Bezug auf die Situation bei deutschen Instituten, zurück zu kommen: für den Prozess der elektronischen Übermittlung der benötigten Daten gibt es keine einheitlichen Vorgaben. Die Institute stehen also recht allein da, Lösungen zu finden.

IT-seitig existieren in vielen Häusern beispielsweise Eigenanwendungen, die natürlich dann an ihre Grenzen stoßen, wenn es darum geht, die Berichtspflicht an das BZSt zu erfüllen. Die Häuser behelfen sich natürlich, so gut es geht, man kann aber meines Erachtens noch nicht sagen, dass flächendeckend ein einheitlicher Standard mit hohem Automatisierungsgrad erreicht ist.

Was können oder sollten die Finanzinstitute Ihrer Meinung nach tun?

Meines Erachtens ist ein Invest der Häuser in eine geeignete IT-Lösung unumgänglich, um fristgerecht ihrer FATCA-Meldepflicht nachzukommen. Nur eine Automatisierung der Prozesse wird letztlich die notwendige Geschwindigkeit und zugleich die notwendige Validität der Daten garantieren können. Und Fakt ist ja auch: liefern die Institute nicht rechtzeitig, droht ihnen eine Geldbuße von 30% Quellensteuer auf sämtliche ihrer US-Zahlungen und -Erlöse.
In Zusammenarbeit mit der PASS Consulting Group hat agentes ja jetzt eine neue Lösung entwickelt, die Institute bei der Erstellung der benötigten Reports unterstützt. Was waren die Beweggründe zu dieser Neuentwicklung? Und wie kann die Lösung Finanzinstitutionen adäquat unterstützen?

Sowohl der PASS als auch uns ging es darum, Finanzinstitutionen im ganzen Spektrum rund um FATCA zu unterstützen. Uns war dabei von Anfang an klar, dass mit in Kraft treten von FATCA sowohl analyseseitig als auch im Prozess der eigentlichen Datenübermittlung große Herausforderungen auf die Finanzinstitute, aber auch auf Versicherer und viele weitere, zukommen. Als IT-Dienstleister lag dann natürlich unser Fokus ganz klar auf einer durchgängig automatisierten, softwarebasierten Unterstützung. Mit unserer industriellen Softwareproduktion 2.0 waren wir in der Lage, ein Tool zu entwickeln, dass sowohl Import als auch Aufbereitung und Pflege, aber auch die Verarbeitung und den Versand der benötigten Daten automatisiert übernimmt bzw. unterstützt.

Wie wird die neue Anwendung bedient und welche wesentlichen Features zeichnen sie aus? Wo liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile für die Institute?

Unser FATCA Reporting Tool ist eine webbasierte Anwendung. Über flexibel anpassbare Schnittstellen können CSV-Dateien mit relevanten Daten importiert werden. Die Anwendung bietet aber auch die Möglichkeit, Daten manuell zu erfassen. Ein wesentlicher Vorteil für die Häuser ist, dass bereits während der Erstellung eines Reports die Daten auf Konsistenz und Plausibilität geprüft werden. Zudem können bereits generierte Reports zu jeder Zeit weiter bearbeitet oder wiederholt erstellt werden. Für die Übermittlung werden die Daten mit Signatur versehen und entsprechend verschlüsselt.

Entlastend für die Institute ist auch, dass zu jedem Fall das entsprechend vom IRS benötigte Formular 8966 automatisiert, als versandfertiges PDF, generiert wird. Mit dem neuen Tool bieten wir eine schlanke und zugleich sehr funktionale Lösung für die automatisierte Erstellung der Reports an, die sich aus meiner Sicht gerade auch für kleinere Häuser sehr gut eignet.

Wie geht es im Zusammenhang mit FATCA nun weiter? Welche Auswirkungen gibt es auf internationaler Ebene?

Mit Blick auf die nahe Zukunft ist die Vereinbarung der G20-Staaten interessant, die die Verhinderung von Steuerhinterziehung zum Ziel hat. Ein internationaler Informationsaustausch zwischen den Steuerbehörden, der sogenannte „Automatic Exchange of Information“ (AEOI), wird ab 2016 wirksam und soll dazu beitragen, grenzüberschreitende Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Die OECD, also die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hat entsprechende Standards für diesen Austausch von Steuerdaten verabschiedet– dies wird sicher ebenfalls weitreichende Auswirkungen auf die Finanzinstitute, auch hier in Deutschland, haben. Als agentes sind wir gut vorbereitet, auch hier die Häuser IT-seitig zu unterstützten und zu entlasten.

Weitere Informationen zum FATCA Reporting Tool finden Sie unter:
Produktseite FATCA: www.agentes.de/fatca oder auch im PASS-BLOG www.finance-it-blog.de/author/holger-kilian/

2017-05-26T11:04:10+00:00 16. Dezember 2015|Kategorien: News, Spotlight|