Spotlight: Ablösung von Lotus Notes IDV-Anwendungen

Die Digitalisierung der Bürokommunikation beschäftigt derzeit die Sparkassenwelt in besonderem Maße, denn die Einführung von Office_neo ist in vollem Gange. Ziel ist die Schaffung einer Plattform, die neue Formen der Zusammenarbeit und neue Prozessabläufe ermöglicht. Informations- und Kommunikationstechniken wie Echtzeitkommunikation und Social Networking sollen implementiert werden. Die Pilotierung der ersten Institute mit „Office_neo“ startete im zweiten Quartal 2018. Damit einher geht bei vielen Instituten die Ablösung von IDV-Anwendungen auf Basis von Lotus Notes.

Wir haben für Sie drei Fragen an Rainer Klümper, Geschäftsführer der agentes Unternehmensgruppe gestellt.

Frage: Herr Klümper, was bedeutet denn die Ablösung von IDV-Anwendungen für die Sparkassenwelt konkret?

Antwort: „Die Institute sind gefordert, die über Jahre gewachsenen Anwendungen auf den Prüfstand zu stellen und sich mit Lösungen für deren Migration zu befassen. Sie müssen auf ein neues System migriert oder durch neue Software abgelöst werden.

Die Finanz Informatik stellt jedoch nur für die 20 wichtigsten Lotus Notes / Domino-Applikationen zentrale bankfachliche Lösungen bereit. Die Bereitstellung sowie der Support der bisherigen Applikationen auf den Servern der Finanz Informatik wird jedoch bis 2022 eingestellt werden. Ab diesem Zeitpunkt dürfen keine externen Anwendungen mehr auf den zentralen Servern der Finanz Informatik gehostet werden. Insbesondere für größere Institute ist diese Frage drängend, da bis zu 100 Lotus Notes-Anwendungen betroffen sein können.“

Frage: Was können Sparkassen nun tun und wie finden sie Wege aus dem Migrationsdschungel?

Antwort: „Bevor die Migration von IDV-Anwendungen gestartet werden kann, ist eine umfassende Analyse der betroffenen Altanwendungen erforderlich. Jede Anwendung muss auf den Prüfstand. Dabei gilt es festzustellen, wie komplex die Migration für die jeweilige Anwendung ist und welche Lösungswege am geeignetsten erscheinen.

Liegen alle Parameter der Analysephase vor, kann die Ablösung der Anwendungen vorbereitet werden. Diese Vorbereitung ist nicht zu unterschätzen. Je nach gewähltem Lösungsweg müssen Datenmodelle der Altanwendungen analysiert und zusätzliche Anforderungen definiert oder Prototypen einer neuen Anwendung erstellt und überprüft werden. Auch das Thema der Datenübernahme will gut durchdacht und geplant sein. Falls Eigenanwendungen einen eigenen Datenhaushalt besitzen, kann es sinnvoll sein, diese Daten vorab zu bereinigen“.

Frage: Wie unterstützt agentes Sparkassen Wege aus dem Migrationsdschungel zu finden?

Antwort: Gerade vor dem Hintergrund der Komplexität und etwaigem Termindruck bergen solche Migrationsprojekte die Gefahr, dass bewährte Organisationsmitarbeiter in der Sparkasse an ihre Grenzen kommen. Mit unserer ausgewiesenen Migrationsexpertise bieten wir verschiedene Szenarien zur Ablösung der liebgewonnenen und teilweise mit operationellen Risiken verbundenen, unternehmenskritischen IDV-Anwendungen. Wir zeigen also Modelle und Vorgehen auf, die die weitere Nutzung oder Migration betroffener Anwendungen ermöglichen. Unter anderem gilt es, Antworten auf Fragen wie diese zu finden:

  • Welche Anwendungen lassen sich durch Rechenzentrums-Standards darstellen?
  • Welche Anwendungen werden weiterhin als Datenbank-gestützte Applikationen benötigt?
  • Gibt es adäquaten Ersatz im Bereich der Standardsoftware durch Drittanbieter?
  • Ist es erforderlich eine neue Individualanwendung programmieren zu lassen?
  • Können bestimmte Anwendungen durch einen externen Dienstleister weiterbetrieben werden?
  • Welche Anwendungen können archiviert und deren Betrieb eingestellt werden?

Vielen Dank für das Gespräch!

2018-12-20T20:33:18+00:0020. Dezember 2018|Kategorien: News, Spotlight|Schlagworte: , , , , , |