Studie: Ergebnisse der agentes-Studie IT-Herbstbarometer – Interview mit Dr. Wiedemann

//Studie: Ergebnisse der agentes-Studie IT-Herbstbarometer – Interview mit Dr. Wiedemann

Studie: Ergebnisse der agentes-Studie IT-Herbstbarometer – Interview mit Dr. Wiedemann

Finanzbranche 2010 – Die Ergebnisse des agentes IT-Barometers: Innovation ist Erfolgskriterium für Banken –

Unflexible Banken-IT hemmt Innovationen in der Bankenlandschaft: Im Spotlight-Interview stellt Dr. Raimund Wiedemann, Vorstand der agentes AG, aktuelle Ergebnisse des eigenen Herbst IT-Barometers vor. Die Anforderungen an die IT sind demnach in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Warum Innovation in Zukunft ein Erfolgskriterium für Banken sein wird und welche Rolle die IT dabei spielen wird, erläutert Dr. Wiedemann im Interview.

Herr Dr. Wiedemann, viele Unternehmen haben die Wirtschafts-und Finanzkrise zum Anlass genommen, ihre IT noch stärker als bisher zu konsolidieren und zu standardisieren. Gleichzeitig soll die IT aber vor allem zukunftsfähig sein. Der IT wird in Unternehmen demnach ein hoher Stellenwert zugewiesen. Können Sie dies anhand Ihrer Umfrageergebnisse bestätigen?

In der Tat, das zeigt auch unser Herbst-Barometer ganz deutlich. Fast alle Teilnehmer der Befragung sehen zukünftig die Qualität der IT als entscheidenden Faktor für die Profitabilität eines Unternehmens. Demnach ist Innovation auch für den IT-Bereich eine Kennzahl für den unternehmerischen Erfolg. Zurzeit allerdings ist die IT-Infrastruktur vieler Banken und Versicherungen ein großes Innovationshindernis. Denn die oftmals veralteten und heterogenen Eigenanwendungen werden den aktuellen Herausforderungen nicht gerecht. Besonders im Hinblick auf Themen wie SEPA oder neue Richtlinien stoßen die Systeme oft an ihre Grenzen.

Es besteht also Handlungsbedarf, was die Hard-und Softwarestruktur betrifft?

Die Hälfte all unserer Befragten aus dem Bankenbereich sieht ihre Anwendungen vor der Erneuerung. Wenn man einen Blick auf die IT-Strukturen wirft, so sind Microsoft Excel und Microsoft Access bei den Banken und Versicherungen neben den führenden Core Banking Systemen stark im Einsatz. Daneben findet man häufig veraltete Anwendungen wie IBM AS/400 oder auch C/C++ Anwendungen. Die Unzufriedenheit mit diesen Lösungen allerdings steigt stetig. Zum einen sind Excel und Access nicht für bestimme Unternehmensbereiche konzipiert; entsprechend bedarf es beispielsweise für die Unternehmenssteuerung oder für den Bereich Kundenbeziehungsmanagement neuer, individueller Lösungen. Zum Beispiel wurde auch der Support für Visual Age C++ seitens IBM schon lange eingestellt. Der Finanzsektor wird also um eine Restrukturierung der IT-Landschaft nicht herum kommen.

Angesichts knapper Budgets und allerorts ausgelobter Sparmaßnahmen ist die grundlegende Erneuerung der IT für die Unternehmen aber in jedem Fall eine Kostenfrage. Welche spezifischen IT-Investitionen würden Sie denn empfehlen?

Ich gebe Ihnen Recht – Kosten sind auch in 2010  ein Thema, egal in welcher Branche. In unserer Befragung stellen wir allerdings fest, dass die IT-Investitionen in diesem Jahr in etwa auf dem Niveau des Vorjahres geblieben sind, bei den Versicherungen gab es sogar einen Anstieg des Invests im IT-Bereich. Und auch die Erwartung für die nächsten sechs Monate sieht keine Kürzungen der IT-Budgets vor. Das stimmt uns angesichts einer Fülle von Herausforderungen, denen die Finanzbranche gegenübersteht,  optimistisch. Interessant für uns ist, dass scheinbar die Software die Investitionspläne der Unternehmen dominiert – Hardware und sonstige IT-Projekte müssen etwas kürzer treten. Bereiche, bei denen verstärkt mit externen Dienstleistern zusammengearbeitet wird, sind vor allem Themen wie die Ablösung von Alt-Anwendungen und der Einsatz von Customer Relationship Management Lösungen.

Kundenbindung ist ja ein absolutes Muss in der Zukunft – und zwar nicht nur  für Finanzdienstleister. Die personalisierte Ansprache von Kunden bringt für die Unternehmen aber oft eine Fülle von Schwierigkeiten mit sich. Wie kann die IT Ihrer Ansicht nach auf dem Gebiet stärker unterstützen?

Für Banken und Versicherungen gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die längst noch nicht ausgeschöpft werden. Personalisierte Werbebotschaften auf Rechnungen oder Kontoauszügen beispielsweise sind noch längst nicht Standard. Hier können IT-Dienstleister mit innovativen Produkten durchaus punkten. Der Vorteil von externen IT-Dienstleistern ist, dass sie die nötigen Fachkenntnisse mitbringen und über einen langjährigen Erfahrungshorizont unterschiedlicher Projekte verfügen. Oft reichen die personellen Kapazitäten in den Banken nicht aus, um größere Maßnahmen in Angriff zu nehmen oder die erforderlichen Erfahrungen bzw. Fachkenntnisse sind im eigenen Haus nicht vorhanden.

Die Ablösung von Altanwendungen bzw. Systemumstellungen sind ja in der Regel komplexe Projekte, in denen Banken oder Sparkassen unter hohem Zeit-und Kostendruck stehen, zumal ja das Tagesgeschäft immer noch nebenbei abgewickelt werden muss. Wo sehen Sie dennoch die Gründe dafür, Eigenanwendungen kritisch zu prüfen und gegebenenfalls  zu restrukturieren?

Auch für Finanzdienstleister wird sich im nächsten Jahr Wachstum leider nicht von selbst einstellen. Vor allem Banken und Sparkassen werden ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und in jedem Fall neue Wege in der Kundenansprache gehen müssen. Hier ist die Unternehmens-IT ein nicht zu unterschätzender Faktor:  IT-seitig gestützt können wichtige Geschäftsprozesse automatisiert und standardisiert werden. Das spart Zeit und Geld. Darüber hinaus liefern innovative Softwarelösung auch die dringend nötige Innovation im Bereich Marketing und Kundenmanagement. Nur wer im hart umkämpften Markt Kunden an sich bindet, hat Bestand. Insofern ist es aus meiner Sicht zwingend erforderlich, die eigenen Systeme im Unternehmen kritisch unter die Lupe zu nehmen und zu modernisieren. Eine kompetente Beratung  durch entsprechende Experten, wie wir sie im Haus haben, bringt meiner Ansicht nach dabei nur Vorteile für die Finanzdienstleister.

Ansprechpartner für Fragen: <a href=“mailto:“></a>

2017-05-26T11:04:13+00:00 11. Dezember 2009|Kategorien: Studien|Schlagworte: , |